Ich habe zum ersten Mal eine Blogparade veranstaltet. Das Thema zur Landwirtschaft der Zukunft hielt ich für so allgemein, dass eigentlich jeder dazu etwas schreiben konnte. Denn die Erzeugung von Lebensmitteln betrifft ja uns alle, ob Erzeuger oder Verbraucher.
Vier Bloggerinnen haben ihre Artikel zu dem Thema in den Kommentaren unter meinem Aufruf geteilt. Neben drei Teilnehmerinnen, die mit mir in der Content Society von Judith Peters aktiv sind, hat auch eine Teilnehmerin von „außerhalb“ an dieser Blogparade teilgenommen.
Ich hatte mir von „außerhalb“ und besonders von anderen landwirtschaftlich tätigen Personen Beiträge gewünscht. Ich habe die Einladung auch bei anderen Agrarbloggern geteilt, leider ohne Beitrag. Sehr schade.
Ingrid Dankwart und ihre Vision für eine nachhaltige Landwirtschaft
Der erste Artikel stammt von meiner Buddy Ingrid Dankwart. Sie beschreibt darin ein sehr interessantes Projekt: Die Mehrgenerationensiedlung.
Vor Jahren war ich aktives Mitglied im Verein „Mehrgenerationensiedlung“. Wir wollten ein autarkes Projekt, ein ganzes Dorf, in Deutschland verwirklichen. Die Planung war schon sehr weit fortgeschritten. Ein wichtiger Punkt war dabei Nachhaltigkeit.
Ich war mit vollem Eifer dabei und plante damals die eigene Schule mit. Inzwischen bin ich kein Mitglied mehr. In der Planung ging es auch darum, wie und woher wir unsere Lebensmittel beziehen. Dieses Szenario möchte ich heute beschreiben. Ich werde es nie vergessen und es ist immer noch eine Vision von mir.
Es geht darum, dass verschiedene Generationen zusammenleben und voneinander lernen. Um die Nachhaltigkeit zu leben, sollte sich jeder selbst versorgen und auf einem Stück Land zum Beispiel Obst und Gemüse anbauen. Wer dazu keine Lust hatte, könnte dann Obst und Gemüse aus Überschüssen der anderen erwerben. Alles regional, ohne große Transportkosten. Auch Tierhaltung wäre möglich. Alle erfahren wieder, was es heißt, Lebensmittel zu erzeugen. Ich glaube, diese Lebensmittel würden auch mehr Wertschätzung erfahren, weil man direkt mitbekommt, wie sie gewachsen sind und welche Arbeit man hineingesteckt hat.
Hier es zu Ingrids Beitrag: Meine Vision für nachhaltige Landwirtschaft
Michaela Kerscher und ihre Frage: Landwirtschaft und Zukunft. Geht das?
Michaela startet in ihrem Beitrag einen Rundumschlag durch landwirtschaftliche Themen. Sie gibt kurze Statements über die Tierhaltung, Betriebsgrößen, unser Verhalten als Gesellschaft, Düngeund Pflanzenschutz, Bürokratie und Politik. Michaela läßt uns an ihren Gedanken zu dem jeweiligen Bereich teilhaben.
Kommst du nicht aus der Landwirtschaft, weißt du auch wahrscheinlich nicht über die Abläufe und was alles dahinter steht bescheid.
Ist ja auch logisch, trotzdem finde ich wird die Landwirtschaft oft zu selbstverständlich genommen und die Leute machen sich wenig Gedanken bzw. die Herangehensweise ist irgendwie merkwürdig. Wo kommen unsere Lebensmittel her und wie entstehen sie? Wissen wir denn überhaupt noch dass die Bauern unsere Lebensmittel produzieren ? Welche Produkte kaufen wir, Fleisch aus Argentinien? Ist es vielleicht Zeit die Produkte aus unserer Heimat auch weiterhin bzw. wieder in unserer Heimat herzustellen. Eine Gemeinschaft in unserer Region unserer Lebensmittel?
Die Verurteilung bzw. das negative Gerede gefällt mir nicht – ich kann doch nichts negatives sagen wenn ich mich gar nicht richtig auskenne in der Materie.
Was hat es auf sich? Ich höre und sehe von vielen Seiten, dass die Rasen und Wege in den Gärten der Hausbewohner, tippi toppi sind. Also ohne Unkraut. Es wächst nur der reine Rasen. Wie erreichen die denn das? Ja schau her! Mit Spritzmittel! Ja wirklich, die Menschen, die keine Landwirte/Bauern sind, sprühen freiwillig Spritzmittel auf ihren Rasen und Wege. Auf ihre eigenen Flächen wo sie wohnen und leben. Vielleicht auch Barfuß über den Rasen laufen. Meist auch nackt oder mit wenig Bekleidung, Bugglspritze und ab geht’s! Was soll ich dazu sagen? Das geht nicht in meinen Kopf. Versteh ich nicht! Und dann wird über die Bauern geschimpft weil sie ihre Pflanzen spritzen. Wie gibt es das? Da stimmt doch was nicht!
Hier geht es zu Michaelas Beitrag: Landwirtschaft und Zukunft! Geht das? Meine Vorstellungen dazu!
Heidrun Brüning und ihre Vision von der Landwirtschaft der Zukunft
Heidrun hat sich mit einem Beitrag zu dieser Blogparade erst einmal schwergetan. Aber je mehr sie darüber nachdachte, desto mehr konnte sie dazu sagen. Sie hatte nie einen direkten Bezug zur Landwirtschaft, auch hatten ihre Eltern keinen Nutzgarten, sodass es auch hier keine Berührungspunkte gab.
Im Rahmen ihres Biologiestudiums bekam sie dann Eindrücke von der Landwirtschaft und konnte sich mit den gängigen Praktiken der damals herkömmlichen Landwirtschaft überhaupt nicht abfinden. Ihre Vision ist davon geprägt.
Landwirtschaft geht uns alle an
Je tiefer ich in das Thema eintauche, umso klarer wird mir: Landwirtschaft geht uns alle an. Wir dürfen das nicht allein den Bauern überlassen und dürfen sie damit auch nicht allein lassen. Viel zu selbstverständlich ist es uns in der westlichen Welt geworden, dass wir Lebensmittel im Überfluss und riesiger Auswahl täglich zur Verfügung haben.
Hier geht es zu Heidruns Beitrag: Meine Vision von der Landwirtschaft der Zukunft
Rosi Böhm und die Landwirtschaft 2.0
Rosi Böhm wünscht sich in ihrer Vision für die zukünftige Landwirtschaft den vermehrten Einsatz von Hightech zum Beispiel für die Arbeit auf den Feldern. Gemüse könnte man platzsparender und damit auch in dichter besiedelten Regionen vertikal anbauen. Auch die Digitalisierung könnte helfen, nachhaltiger zu wirtschaften und sich mit seinen Erfahrungen mehr zu vernetzen. Und zum Thema Tierhaltung hat sie die Meinung, in Zukunft möglichst auf tierische Produkte in der Ernährung zu verzichten.
Die Landwirtschaft der Zukunft könnte also nicht nur technologisch hochentwickelt sein, sondern auch ein Symbol für eine gerechtere und nachhaltigere Welt werden. Eine Welt, in der Menschen im Einklang mit der Natur leben, ihre Ressourcen bewusst nutzen und sich für das Wohl aller Lebewesen einsetzen. Vielleicht scheint diese Vision heute noch weit entfernt, aber wenn wir die richtigen Entscheidungen treffen, könnte sie schneller Realität werden, als wir denken.
Trotz all dieser technologischen Fortschritte hoffe ich, dass eines nicht verloren geht: das Bewusstsein dafür, wie wertvoll und schützenswert die Natur ist. Denn am Ende des Tages sind es doch die grünen Wiesen, die frische Luft und das Summen der Bienen, die das Leben auf dem Land so besonders machen – und darauf sollten wir auch in der Zukunft nicht verzichten.
Hier geht es zu Rosis Beitrag: Landwirtschaft 2.0: Visionen für eine nachhaltige und zukunftsfähige Agrarwelt
Fazit
Vielen Dank für ihren Beitrag an die einzelnen Teilnehmer an meiner ersten Blogparade. So wurde mein erster Versuch gleich ein Erfolg. Ich habe mich gefreut, die verschiedenen Gesichtspunkte und Ansätze in den Artikeln zu lesen. Und es kristallisiert sich ein Aspekt in den Artikeln heraus.
Die Landwirtschaft der Zukunft soll nachhaltiger und mit Respekt für Natur und Tiere betrieben werden. Dem kann ich hundertprozentig zustimmen. Wie schnell es sich umsetzen lässt – das weiß ich nicht. In manchen Bereichen werden die Weichen schon richtig gestellt, aber es ist noch ein langer Weg.
Allerdings muss man jederzeit im Hinterkopf behalten, dass die Landwirt*Innen von ihrer Arbeit leben können müssen. Es ist sicherlich schwierig, alle auf diesem Weg zufriedenzustellen. Aber so wie die Landwirtschaft respektvoll mit Natur und Tieren umgehen soll, können die Landwirt*Innen auch erwarten, dass mit ihnen respektvoll umgegangen wird.
Meine Vision ist ziemlich zwiegespalten. Einerseits bin ich in diesem System der heutigen Landwirtschaft drin und viele Vorgaben werden von außen vorgegeben und der Wille zur Veränderung oft durch gesetzliche und bürokratische Hürden erschwert. Andererseits müssen die umzusetzenden Veränderungen auch rentabel sein, denn wer verzichtet schon gerne auf Lebensstandard für die Allgemeinheit, ohne dafür dann wenigstens Anerkennung zu ernten. Es ist wirklich ein verzwicktes Thema, aber ich denke auch, so kann es auf lange Sicht nicht weiter laufen.
Wie sieht deine Vision der zukünftigen Landwirtschaft aus? Hast du eine andere Meinung? Du kannst immer gerne deinen Artikel zu meiner Blogparade beitragen. Den Aufruf zur Blogparade findest hier.

Liebe Anke, das war ein sehr interessanter Artikel. Die Frage, ob Laktoseintoleranz heute häufiger ist, habe ich mir auch schon…