TMR ist die Abkürzung für Total Mixed Ration bzw. Totale Misch Ration. Es ist ein Begriff aus der Milchviehfütterung.
Eine Kuhration bei uns setzt sich aus Grassilage, Maissilage, Wasser, Ausgleichsfutter und Kraftfutter zusammen. Ausgleichsfutter gleicht Imbalancen in der Grundfutterration aus. Unsere Grundfutter werden beprobt und analysiert. Das Ergebnis zeigt die Inhaltsstoffe und die vorhandene Energie auf. Das Ausgleichsfutter wird dann speziell darauf angepasst.

Wir mischen alles in einem Mischwagen und verteilen das dann auf dem Futtertisch.


Das bedeutet, egal wo die Kuh zum Fressen steht, es ist – im Idealfall – immer die gleiche Ration. Das Ausgleichsfutter ist in Mehlform, also sehr stark zerkleinert. Durch die Zugabe von Wasser haftet das Mehl an den anderen Futterkomponenten und kann so von der Kuh nicht selektiv gefressen werden. Kühe sind nämlich sehr gut darin, das leckere Futter zuerst zu fressen. Man sieht dann auf dem Futtertisch immer Gruben, wo die Kühe besonders intensiv gefressen haben. Beobachtet man Kühe beim Fressen, schubsen sie das Futter oft hin und her, um die leckeren Bestandteile von den weniger schmackhaften zu trennen.

Eine ausgewogene Ration für Kühe beinhaltet einen großen Anteil an Rohfaser. Diese Komponente ist wichtig, weil das Rind ein Wiederkäuer ist. Die Kuh frisst also in relativ kurzer Zeit viel Futter, legt sich dann hin und kaut wieder. Dabei wird ein Futterbolus aus dem Pansen hochgewürgt und noch einmal intensiv gekaut. Man kann den Rohfasergehalt des Futters anhand der Kauschläge der Kuh beurteilen. In der Regel sollte ein Bissen zwischen 50 und 60 Mal gekaut werden, bevor er wieder heruntergeschluckt wird. Beobachtet mal eine Kuh beim Wiederkauen und zählt die Kauschläge.
Eine TMR hat also den Vorteil, dass sich die Zusammensetzung des Futters wenig ändert, weil alle Komponenten im Futtermischwagen gleichmäßig durchmischt werden. Das geschieht auch bei einer Teil-TMR. Dabei wird allerdings nicht das gesamte Kraftfutter am Futtertisch in der Gesamtration verfüttert, sondern die Kühe, die viel Milch geben, bekommen ihre Extra-Ration Kraftfutter an einer separaten Futterstation. Dazu hat jede Kuh einen Transponder, zum Beispiel am Halsband, der die einzelne Kuh erkennen kann. So kann jede Kuh individuell nach Milchleistung gefüttert werden. Das ist wichtig, um die Körperkondition der Kuh, den Body Condition Score BCS, im Rahmen zu halten. Die Grundfutterration, entweder als Teil-TMR oder Voll-TMR, wird immer rechnerisch für eine bestimmte Milchleistung festgelegt. Dabei ist natürlich zu beachten, dass sehr hoch leistende Kühe eventuell unterversorgt sind, während niedrig leistende Kühe häufig überversorgt sind. Es ist also nicht so einfach, den goldenen Mittelweg zu finden.
Eine TMR kann auch eine Arbeitserleichterung sein. Die Futterkomponenten werden alle in den Futtermischwagen gegeben und können nach dem Vermischen direkt verfüttert werden. Hat man keinen Mischwagen, müssen alle Futterkomponenten einzeln auf dem Futtertisch verteilt werden.
Für die Kälber kaufen wir uns seit einiger Zeit eine fertig gemischte TMR mit Zuckerrübenmelasseschnitzel, Mais, Weizen, gehäckseltes Stroh und noch einige Bestandteile mehr. Die Zuckerrübenmelasseschnitzel machen das Futter süß und dadurch sehr schmackhaft für die Kälber. Dadurch werden sie animiert, zum Ende der Milchphase festes Futter zu probieren und zu fressen.
Wir füttern auf unserem Betrieb eine Teil-TMR. Einen Teil des Kraftfutters bekommen die Kühe leistungsabhängig über die Futterstation und demnächst am Melkroboter. Hier dient das Kraftfutter als Lockmittel, um die Kühe in den Roboter zu ziehen. Kraftfutter ist ein Leckerbissen für die Kühe, wie Schokolade für uns Menschen.
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Liebe Anke, das war ein sehr interessanter Artikel. Die Frage, ob Laktoseintoleranz heute häufiger ist, habe ich mir auch schon…