Der Januar verging wie im Flug. Die aktuelle Lage bei den Tierseuchen (MKS und Blauzunge) zog reichliche Fortbildungen nach sich. Viele fanden online statt, eine große Veranstaltung in Präsenz. Ich mag diese Fortbildungen, sowohl online ohne großen Aufwand als auch in Präsenz, mit der Möglichkeit, viele Kollegen zu treffen und zu sprechen. Nun gilt es in den nächsten Monaten, das Gelernte umzusetzen. Mir geht es immer so, dass ich nach solchen Fortbildungen immer voller Tatendrang bin, neues Wissen bzw. wieder aufgefrischtes Wissen in meinen Arbeitsalltag zu integrieren. Ich hoffe, dieser Tatendrang hält lange an. Den Januar konnte ich hier sehr gut für Fortbildungen nutzen, denn das Wetter lud hier selten zu Outdoor-Aktivitäten ein. Norddeutsches Schmuddelwetter – mal mehr, mal weniger kalt.
Niedersächsischer Tierärztetag
Vom 16. bis 18. Januar fand in Hannover der Niedersächsische Tierärztetag statt. Mein Schwerpunkt lag – wie nicht anders zu erwarten – bei den Vorträgen zum Thema Rind. Ich bin am Donnerstagabend mit dem Zug nach Hannover gereist und habe bei meiner Kommilitonin Isabel Hennig-Pauka und Familie übernachtet. Die Gelegenheit, sich mal wieder zu treffen und zu quatschen. Am Freitagmorgen ging es dann los mit Vorträgen zur Seuchenbekämpfung. Sehr aktuell, da in Brandenburg eine MKS-Infektion nachgewiesen wurde.
Besonders beeindruckt hat mich der Vortrag von Prof. Windisch zur Zukunft der Nutztierhaltung unter dem besonderen Aspekt der Nachhaltigkeit. In meinem letzten Blogartikel habe ich diesen Vortrag zusammengefasst. Er forscht schon sehr lange zu diesem Thema und hat plausible Ansätze, wie die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung mithilfe der Nutztierhaltung funktionieren kann. Am Freitagabend gab es dann ein Semestertreffen mit etwa 40 Kommilitonen. Ich habe 1995 Examen gemacht und mit vielen Kollegen trifft man sich nur auf solchen Fortbildungen. Es war total nett, so viele Kommilitonen wiederzusehen und zu erfahren, wohin es sie verschlagen hat und was sie beruflich machen. Auch, wenn die Namen nicht mehr so präsent waren, konnte ich doch viele wieder erkennen. Ein Semesterabschlussbuch machte die Runde und so konnte jeder seine Erinnerungen auffrischen!
Am Samstagabend endete der Tierärztetag und ich fuhr noch mit meinem Doktorvater Martin Kaske zu ihm nach Hause, um länger Zeit zu haben, sich zu treffen und zu reden. Auf einer Fortbildung bleibt dafür meistens nicht sehr viel Zeit. Es war ein sehr schöner Abend und am nächsten Tag ging es nach einem ausgiebigen Frühstück und einer ausgedehnten Hunderunde wieder mit dem Zug nach Hause.



Lesekreis-Treffen
Mitte Januar habe ich mich mit meinem eatREADsleep-Lesekreis getroffen. Das Buch des Abends war Gittersee von Charlotte Gneuß. In dem Buch geht es um die 16-jährige Karin, die in den 70er Jahren in Gittersee, einem Stadtteil von Dresden, lebt. Als ihr Freund von einem Ausflug nicht zurückkehrt, weil er in den Westen geflohen ist, gerät sie in die Fänge der Stasi.
Es macht sehr viel Spaß, ein gemeinsam gelesenes Buch zu besprechen. Interessant ist es dabei, die verschiedenen Blickwinkel der anderen Teilnehmerinnen am Lesekreis zu erkunden. Eine Lesekreis-Teilnehmerin hatte als Kind und Jugendliche Erfahrungen mit Reisen in die DDR zu Verwandten. Da gab es viel Spannendes zu hören. Im Großen und Ganzen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass dieses Buch die Stimmung in der damaligen DDR sehr gut darstellt.
Es gab an diesem Abend auch wieder viele Buchtipps, sodass meine „Noch-zu-Lesen-Liste“ immer länger wird. In diesem Jahr wird mir der Lesestoff nicht ausgehen. Das nächste Buch, das wir besprechen, ist von Louise Erdrich: Der Nachtwächter.

Rundgehen
Anfang Januar findet in unserer Nachbarschaft das traditionelle Rundgehen statt. Dabei besucht man gemeinsam jeden Haushalt. Das ist eine nette Tradition, bei der man die Gelegenheit hat, alle Nachbarn mal wieder zu sprechen. Oft trifft man sich nur kurz zum Small Talk oder begegnet sich auf der Straße und grüßt nur kurz. Beim Rundgehen bleibt man etwa eine Stunde pro Haushalt und spricht dann auch die älteren Mitglieder der Nachbarschaft, die nicht mehr so mobil unterwegs sind.
Dieses Jahr standen sechs Häuser auf dem Programm. Wir haben um 18 Uhr mit dem Rundgang begonnen und ich bin dann als eine der Ersten um 3 Uhr nach Hause gegangen.

Was im Januar 2025 sonst noch los war
- mehrere Online-Fortbildungen zur Blauzungenkrankheit und zum MKS-Ausbruch
- ich habe zum zweiten Mal an TCS unplugged teilgenommen. Hier treffen sich TCS Mitglieder zum allgemeinen Austausch und Kennenlernen. TCS ist die The Content Society, die Judith Peters ins Leben gerufen hat, und in der sich viele verschiedene Blogger*Innen treffen, um einander zu unterstützen.
- Fußball-Hallenturnier meines Sohnes, bei dem ich hinter der Theke Brötchen, Kuchen, Getränke und Süßigkeiten verkauft habe
- Einige betriebliche Aktivitäten wie Nachzuchtbewertung (dabei werden die Rinder, die zum ersten Mal abgekalbt haben, angeschaut, um dann gezielt Bullen für die nächste Anpaarung aussuchen zu können) und Trächtigkeitsuntersuchungen durch Mitarbeiter der Masterrind
Was ich im Januar 2025 gebloggt habe
- Mein Jahresrückblick 2024: Auf zu neuen Ufern: In diesem Artikel lasse ich mein Jahr 2024 noch einmal Revue passieren. Eine gute Gelegenheit, sich alles wieder ins Gedächtnis zu rufen.
- Mein Motto für 2025: Auf zu neuen Ufern: Ein paar Gedanken zu meinem Jahresmotto 2025
- 12 von 12 Januar 2025 – Jede Feier hat ihren Tag danach: Der obligatorische Blick auf den 12. eines Monats in 12 Bildern.
- Wie kann nachhaltige Nutztierhaltung funktionieren?: Die Zusammenfassung des Vortrages von Prof. Windisch über die Zukunft der Nutztierhaltung und die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung in Zukunft.
Wie war dein Januar? Schreib es gerne in den Kommentar!

Liebe Anke, das war ein sehr interessanter Artikel. Die Frage, ob Laktoseintoleranz heute häufiger ist, habe ich mir auch schon…