Der Aufruf zur Blogparade von Wiebke Schomaker: Bildschirmzeit von Kindern – so denke ich darüber hat mich dazu veranlasst, mir auch meine Gedanken darüber zu machen.
Der Fernseher
Ich bin Mutter von zwei Jungs, mittlerweile fast 15 und 16 Jahre alt. Schon früh stellte sich das Thema Bildschirmzeit in Form von TV. Während es zu meiner Kindheit ab und zu nachmittags ein Kinderprogramm gab – eigentlich nur in der Ferienzeit – können Kinder heutzutage fast 24 Stunden Programme finden. Ob dann kindgerecht oder nicht, sei mal dahin gestellt., wurde im Kleinkindalter oft schonmal vor dem Kindergarten der Fernseher eingeschaltet. Ich war morgens vor dem Frühstück meistens im Stall tätig und habe es erst mitbekommen, wenn ich nach oben gegangen bin. Eine Zeitschaltuhr am Fernseher sollte dem Einhalt gebieten, aber die beiden Jungs wussten es schon früh zu umgehen.
Und wie viele Sendungen es für Kinder jeden Alters bereits gibt. Ganz einfache und schlichte, über einige Sendungen, in denen Wissen vermittelt wird, bis hin zu völlig sinnfreien Sendungen. Und was natürlich nicht fehlen darf, Werbepausen.
Ich fand es sehr schwierig, darüber Herr zu werden. Oft haben wir dann zusammen geguckt – wenn es meine Zeit zuließ – damit ich wenigstens wusste, worauf meine Jungs so standen. Wenn man im Fahrdienst zum Sport etc. andere Kinder mitgenommen hatte, waren irgendwelche Fernsehsendungen Gesprächsthema Nummer eins.
Auch im Gespräch mit anderen Müttern kannten viele dieses Problem, aber eine nachhaltige Lösung konnte keine geben.
Der Computer
Irgendwann wich das Interesse für den Fernseher und ging über auf den PC. Da in der Schule auch zunehmend an PCs gearbeitet wird, kannten sich meine Jungs schnell mit diesem Medium aus. Bei Jungs ist das Zocken am PC wohl ausgeprägter als bei Mädchen. Früh haben sie dieses Medium zum Zeitvertreib entdeckt.
Bei uns wurde die Zeit am PC allerdings durch Apps oder andere Programme eingeschränkt. Ich habe mich immer interessiert, was am PC gespielt wurde und war ihnen bei Problemen behilflich. Vor allem wollte ich wissen, womit sie ihre Zeit verbringen. Wir haben schon zu Beginn immer wieder über Gefahren gesprochen, wie zum Beispiel keine persönlichen Daten weitergeben und besonders zu Anfang nur mit bekannten Freunden online spielen.
Mittlerweile gibt es keine Beschränkungen mehr und sie sind eigenverantwortlich damit unterwegs. Da wir auf einem landwirtschaftlichen Betrieb leben und die Jungs häufig helfen, kommt es bei uns auch nicht vor, dass sie einen ganzen Tag am PC hängen.
Früher trafen wir uns nachmittags mit Freunden, heute passiert vieles online. Besonders während Corona war das natürlich eine gute Möglichkeit, in Kontakt zu bleiben. Sie zocken ja nicht nur online zusammen, sondern quatschen dabei auch.
Wenn ich heute während so einer Online-Session ins Zimmer komme, wird allerdings meist schnell unterbrochen. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass sie mir auf Nachfrage die Wahrheit über ihre Online-Aktivitäten sagen.
Das Handy
Mit dem Gang zu der weiterführenden Schule bekamen unsere Jungs ihr eigenes Handy; zu Beginn mit einer App, die die Nutzungszeit für bestimmte Apps auf dem Handy und auf dem PC beschränkte. Telefonieren und Nachrichten schreiben ging immer, während YouTube etc. gar nicht oder nur für bestimmte Zeit freigeschaltet war. So sind wir eigentlich ganz gut über die Phase der Permanent-Nutzung hinweg gekommen. Irgendwann habe ich die Kindersicherung entfernt und meine Jungs in die Eigenverantwortlichkeit entlassen.
Mittlerweile ist allerdings TicToc und Snapchat ein großer Aufmerksamkeits- und Zeitfresser. Ich weiß nicht, wie man dem Herr werden kann. Vor allem, weil alle aus dem Freundeskreis diese Plattformen nutzen. Die Geschäftsidee dahinter ist bedenklich, jeden Tag muss man online gehen, um irgendwelche „Prämien“ zu sammeln. Die Nutzung zu verbieten, ist aber auch keine Option, denn ich fürchte, es wird dann heimlich genutzt. Dann bin ich lieber ab und zu mal involviert, interessiere mich für die Nutzung und die Dinge, die sie dort anschauen und hoffe, dass es sich irgendwann selbst reglementiert.
Fazit
Leider habe ich meine Jungs nie zum Lesen motivieren können. Bücher haben es in so einer digitalisierten Welt echt schwer. Während wir noch mit Büchern aufgewachsen sind, haben meine Jungs nie einen Bezug zu diesem analogen Medium gefunden. So entsteht kein Kopfkino, sondern alles wird vorgegeben.
Andererseits ist es in dieser Generation vielleicht einfach so digitale Medien zu nutzen, wie zu unserer Zeit vielleicht die Nutzung des Fernsehers. Wichtig finde ich, immer darüber im Gespräch zu bleiben und immer wieder mal auf „Fehlverhalten“ hinweisen. Ich denke, dass digitale Medien und damit Bildschirme aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken sind und man einen Weg finden muss, damit umzugehen. Sicherlich sieht meine Strategie anders aus als die meiner Jungs.
Und es gibt ja auch Vorteile, die man sehen muss. Ohne digitale Welt würde dieser Artikel wahrscheinlich gar nicht existieren. Die Kontaktaufnahme und -pflege über große Distanzen hinweg. Die nächste Generation wächst so auf und wird hoffentlich eine Balance zwischen analoger und virtueller Welt finden. Als Mutter habe ich zeitweise darauf Einfluss genommen und gehabt, dieser schwindet aber nun.
Wie denkst du über die Bildschirmzeit deiner Kinder? Schreibe es gerne in die Kommentare.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
Liebe Anke,
vielen Dank für deinen spannenden Blogartikel, mit dem du bei meiner Blogparade mitgemacht hast. Mir geht es als Mutter von zwei Teenagern (und einem Sechsjährigen) ähnlich: Der Medienkonsum ändert sich und vor allem auch die Kontrolle darüber, ob, wieviel und was Jugendliche schauen. Ich finde auch: Wichtig ist, im Gespräch zu bleiben.
Herzliche Grüße
Wiebke
Liebe Wiebke!
Ich bin froh, dass dieses Thema bei uns nahezu durch ist. Ab und zu gibt es noch einmal einen Hinweis auf die stetige Hand-Nutzung. Andererseits ist es im Freundeskreis halt üblich. Solange sie noch offline Aktivitäten und Freundschaften pflegen, soll es mir recht sein.
Liebe Grüße
Anke