Diese Frage bekomme ich oft gestellt. Wir betreiben einen landwirtschaftlichen Betrieb mit 150 Milchkühen. Ob Urlaub möglich ist, hängt stark von der Art des Betriebs ab. Ackerbau lässt sich anders organisieren als Tierhaltung. In diesem Artikel erzähle ich, wie wir das bei uns handhaben.
Die Herausforderungen der Tierhaltung
Unsere Milchkühe mussten bis vor Kurzem noch morgens und abends gemolken werden. Mittlerweile übernehmen Melkroboter diese Aufgabe. Dennoch bleibt viel Arbeit: Die Kühe und Rinder brauchen täglich Futter, die Kälber sogar zweimal am Tag. Damit wir in den Urlaub fahren können, muss für all diese Aufgaben eine Vertretung organisiert werden.
Unser System für Urlaubsvertretungen
Vor der Einführung der Melkroboter haben unsere Minijobber eine wichtige Rolle gespielt. Sie kamen ohnehin dreimal pro Woche morgens und abends zum Melken. Mit ihnen haben wir abgesprochen, dass sie das Melken von Freitag bis Sonntag übernehmen, wenn wir verreisen wollten.
Die restlichen Stallarbeiten wie das Füttern der Tiere, das Reinigen der Liegeboxen und das Anschieben des Futters übernahmen eine oder zwei weitere Personen. Wenn zwei Helfer zur Verfügung standen, teilten sie sich die Aufgaben auf: Eine Person fütterte die Kühe und Rinder, die andere die Kälber und erledigte die restlichen Arbeiten.
Planung ist das A und O
Damit ein Urlaub mit der ganzen Familie möglich war, mussten drei bis vier Personen zur richtigen Zeit verfügbar sein. Das bedeutete eine exakte Terminplanung und Abstimmung mit allen Beteiligten. So konnten wir entweder über ein Wochenende oder in seltenen Fällen sogar für eine ganze Woche verreisen.
Eine Alternative bestand darin, dass nicht die gesamte Familie verreist. Mein Mann und ich haben einmal ein Wochenende allein verbracht, während unsere beiden Söhne sich um die Stallarbeiten kümmern. Im letzten Sommer war ich mit einem meiner Söhne allein im Urlaub.
Die Zukunft: Mehr Flexibilität dank Melkrobotern
Durch die Einführung der Melkroboter entfällt eine große Arbeitslast. Gleichzeitig sind unsere Söhne inzwischen in einem Alter, in dem sie lieber mit Freunden verreisen als mit uns Eltern. Dadurch wird es künftig einfacher, flexibel Urlaub zu planen. Unser Motto für die Zukunft: lieber öfter verreisen, dafür aber kürzere Trips.


Liebe Anke, das war ein sehr interessanter Artikel. Die Frage, ob Laktoseintoleranz heute häufiger ist, habe ich mir auch schon…