Künstliche Besamung bei der Kuh

Auszug aus dem Bullenkatalog von masterrind: Der Bulle Follow-Me mit allen nötigen Informationen. Die Abstammung und links unter dem Bild die Zuchtwerte. Rechts ein Balkendiagramm, in dem die vererbten Eigenschaften auf einen Blick erfasst werden können.
  • RZG (Gesamtzuchtwert): Der Gesamtzuchtwert (RZG) umfasst alle wirtschaftlich relevanten Merkmale gemäß ihrer Gewichtung im Zuchtziel. Dazu gehören Milchleistung, funktionale Nutzungsdauer, Gesundheit, Exterieur und Töchterfruchtbarkeit.
  • RZM (Milchleistung): Der RZM ist der mittlere Zuchtwert aus den Laktationen 1, 2 und 3. Er berücksichtigt das Verhältnis von Eiweiß- und Fettmenge in der Milch.
  • RZN (Funktionale Nutzungsdauer): Die RZN beschreibt die genetisch bedingte Vitalität, Gesundheit, Robustheit und Fruchtbarkeit einer Kuh. Sie ist ein wichtiger Indikator für die Lebensdauer einer Kuh.
  • RZE (Exterieur): Der RZE basiert auf der linearen Beschreibung und Bewertung von Kühen in der ersten Laktation. Er bewertet das äußere Erscheinungsbild und die Körperstruktur der Tiere.
  • RZR (Töchterfruchtbarkeit): Hier werden Zuchtwerte für verschiedene weibliche Fruchtbarkeitsmerkmale geschätzt, z. B. Zyklusbeginn, Konzeption und Überlebensrate von Kälbern und Jungtieren.
  • RZGesund: Der Zuchtwert RZGesund umfasst verschiedene Gesundheitsmerkmale in der deutschen Holsteinzucht. Die wichtigsten Merkmale sind der RZEuterfit, der RZKlaue, der RZRepro und RZMetabol. Es werden aber je nach Zuchtverband noch andere Merkmale in diesem Zuchtwert zusammengefasst.
  • RZEuterfit: Hier werden Merkmale zu klinischer (also sichtbarer) Mastitis (Euterentzündung) und subklinischer (also nicht offensichtlicher) Mastitis zusammengefasst.
  • RZKlaue: Dieser Zuchtwert ist mit der Klauengesundheit verbunden. Er kombiniert sechs wichtige Klauenerkrankungen (Dermatitis Digitalis (Mortellaro), Klauengeschwüre, Panaritium, Weiße Linie Defekte, Klauenrehe und Limax (Zwischenklauenwulst)).
  • RZRepro: Dieser Zuchtwert bezieht sich auf die Gesundheit des Fortpflanzungstraktes.
  • RZMetabol: Dieser Zuchtwert berücksichtigt Stoffwechselerkrankungen wie Labmagenverlagerung, Milchfieber und Ketose.
  • RZKälberfit: Der Zuchtwert RZKälberfit beschreibt die genetisch bedingte Fähigkeit von Kälbern, die Aufzuchtperiode vom 2. Lebenstag bis zum Alter von 15 Monaten zu überleben. Hohe Werte bedeuten dabei weniger Kälberverluste. 
  • DDControl: Der Zuchtwert DDControl kennzeichnet deutsche Holsteinbullen, die eine besonders hohe Resistenz gegen die Mortellaro-Erkrankung an ihre Nachkommen weitergeben. Diese Erkrankung, auch als Dermatitis Digitalis (DD) bekannt, ist eine Faktorenerkrankung. Obwohl die Haltungsumwelt den größten Einfluss auf das Auftreten von DD hat, gibt es auch eine erblich vermittelte Resistenz
  • RZS (Zellzahl): Der Zuchtwert RZS bezieht sich auf die somatische Zellzahl bei Rindern. Dieser Wert ist ein wichtiger Indikator für die Eutergesundheit. Die somatische Zellzahl ist ein Maß für die Anzahl der Zellen in der Milch, die auf eine Entzündung im Euter hinweisen. Höhere Zellzahlen können auf Mastitis (Euterentzündung) hindeuten. Dieser Zuchtwert bezieht sich speziell auf die Verbesserung der Eutergesundheit durch die Reduzierung der somatischen Zellzahl.
  • RZD (Melkbarkeit): Dieser Zuchtwert umfasst die Milchflussrate (gemessen in Kilogramm pro Minute), aber auch die subjektive Einschätzung des Besitzers fließt hier mit rein. Ein zu niedriger Milchfluss ist unerwünscht, da er die Melkroutine behindern kann.
  • RZKd: Dieser Zuchtwert beschreibt die Leichtkalbigkeit.
  • RZKm: Dieser Zuchtwert beschreibt ebenfalls die Leichtkalbigkeit, und zwar von der Mutter ausgehend (maternal)
  • RZPersistenz: Der neue Zuchtwert RZPersistenz beschreibt das Durchhaltevermögen der Milchleistung in der Laktation. Das bedeutet, die Persistenz spiegelt wider, wie gut die Milchkühe ihre Milchleistung im Laufe der Laktation nach dem Peak aufrechterhalten können.
  • RZRobot: Der Zuchtwert RZRobot ist ein wichtiger Indikator für Betriebe mit automatischen Melksystemen (AMS). Er fasst verschiedene Merkmale zusammen, die bei der Bullenauswahl in AMS-Betrieben eine besondere Bedeutung haben. Hier sind die Hauptmerkmale, die in den RZRobot einfließen: Neben der Melkbarkeit und der Eutergesundheit ist die Strichlänge und die Strichplatzierung hinten ein wichtiges Kriterium. Die Striche dürfen nicht zu kurz und hinten nicht zu eng sein. Diese beiden Kriterien sind wichtig, damit die Zitzen vom AMS erkannt werden können und genügend Abstand zueinander aufweisen, wodurch ein fehlerfreies Ansetzen des Melkzeuges gelingen kann. Kühe mit guten Klauen gehen deutlich öfter zum Melken und bereiten weniger Arbeit bei der Klauenpflege. Somit ist der Fundament-ZW ebenfalls Bestandteil beim RZRobot. Auch der Zuchtwert für das Euter ist wichtig, da gerade hier auch die Euterform stark zum guten Ansetzverhalten des Roboters beitragen kann. Der RZRobot kombiniert diese Merkmale, um einen umfassenden Zuchtwert für die Tauglichkeit im automatischen Melksystem zu liefern.
Hier kann man nach besonderen Kriterien, die einem wichtig sind, einen Bullen aussuchen, der dieses Kriterium besonders gut vererbt.

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