Ob es der Menstruationszyklus des Menschen, die Brunst der Kuh, die Rosse der Stute, die Läufigkeit der Hündin oder die Raunze der Katze sind, alle stehen unter dem Einfluss von Hormonen. Und alle funktionieren nach demselben Prinzip.
Der Zyklus wird durch ein Zusammenspiel dreier miteinander verbundener Systeme gesteuert. An oberster Stelle steht der Hypothalamus, ein Bereich im Gehirn, gefolgt von der Hypophyse, auch Hirnanhangdrüse genannt. Die Ovarien, also die Eierstöcke, bilden die unterste Ebene. Diese Systeme kommunizieren ständig miteinander und regulieren sich gegenseitig über Rückkopplungsmechanismen: Die Hormonkonzentration im Blut bestimmt, ob die Produktion angekurbelt oder gedrosselt wird.
Welche Hormone spielen eine Rolle?
Das wichtigste Hormon, das der Hypothalamus produziert, ist das Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH). Es steuert die Freisetzung der Hormone LH (Luteinisierendes Hormon) und FSH (Follikelstimulierendes Hormon), die beide in der Hypophyse gebildet werden.
Ergänzend dazu spielen die Steroidhormone Östrogen und Progesteron eine zentrale Rolle, da sie in den Ovarien produziert werden.
Das Prostaglandin (PDF2alpha) wird in der Gebärmutterschleimhaut gebildet.
Zwar gibt es noch weitere Hormone, die den Sexualzyklus beeinflussen – wie etwa Prolaktin, das die Brustdrüse reguliert –, doch in diesem Artikel konzentriere ich mich auf die wichtigsten Botenstoffe des Zyklus.
Wie läuft ein Zyklus ab?
Der Zyklus beginnt mit der Ausschüttung des Hormons GnRH, das die Freisetzung von FSH (Follikel-stimulierendes Hormon) anregt. FSH sorgt für die Reifung mehrerer Follikel im Eierstock. Einer dieser Follikel entwickelt sich schließlich zum sogenannten Graafschen Follikel – dem Endstadium der Follikelreifung.
Während des Wachstums produziert der Follikel Östrogen, das in den Blutkreislauf gelangt. Durch eine negative Rückkopplung wird dadurch die FSH-Ausschüttung gehemmt. Kurz vor dem Eisprung steigt die Östrogen-Konzentration jedoch stark an, was im Hypothalamus eine verstärkte Freisetzung von GnRH auslöst. Dies führt zu einem plötzlichen Anstieg von FSH und LH (Luteinisierendes Hormon) – man spricht vom sogenannten LH-Peak. Der hohe LH-Spiegel ist der entscheidende Auslöser für den Eisprung.
Nach dem Eisprung wandelt sich der verbliebene Follikel in den Gelbkörper um, der das Hormon Progesteron produziert. Dieses sorgt gemeinsam mit weiterhin vorhandenem Östrogen für eine erneute negative Rückkopplung, wodurch die Werte für FSH und LH wieder sinken.
Die Gebärmutterschleimhaut setzt nun Prostaglandin frei, das den Gelbkörper abbaut. Dadurch fällt der Progesteron-Spiegel, und nach etwa 14 bis 18 Tagen kann ein neuer Zyklus beginnen. Dies geschieht, weil Progesteron normalerweise die Ausschüttung von GnRH hemmt – mit seinem Abfall wird dieser Mechanismus aufgehoben.
Zusätzlich zu seiner Rolle im hormonellen Regelkreis fördert Östrogen den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Progesteron sorgt anschließend dafür, dass die Schleimhaut so umgewandelt wird, dass sie eine befruchtete Eizelle optimal versorgen könnte.
In dieser Grafik werden die Zusammenhänge der Hormonkonzentration auf den Eierstock und die Gebärmutterschleimhaut dargestellt.

In dieser Grafik werden die Rückkopplungsmechanismen dargestellt.

Was passiert bei einer Trächtigkeit/Schwangerschaft?
Die wichtigste Aufgabe des Embryos besteht darin, die Auflösung des Gelbkörpers zu verhindern. Dazu sendet er ein Signal in Form eines Proteins aus, das in den mütterlichen Organismus gelangt. Dieses Signal bewirkt, dass die Hypophyse und/oder der Eierstock auf Trächtigkeit umgestellt werden.
Durch diesen Mechanismus wird der Abbau des Gelbkörpers gehemmt, sodass er weiterhin Progesteron produziert. Dieses Hormon, auch als Schwangerschaftsschutzhormon bekannt, ist essenziell für die Erhaltung der Trächtigkeit, da es die Gebärmutterschleimhaut stabilisiert und optimale Bedingungen für die Einnistung und Entwicklung des Embryos schafft.
Dieser Artikel ist nur eine grobe Darstellung der Prozesse eines weiblichen Zyklus. Wenn du es genauer wissen willst, schreibe es in den Kommentar.

Liebe Anke, das war ein sehr interessanter Artikel. Die Frage, ob Laktoseintoleranz heute häufiger ist, habe ich mir auch schon…