Abenteuer in der Hängematte

In der Blogparade von Julia Pracht „Selbstorganisiert auf Reisen“ geht es um Erlebnisse auf Reisen, die man auf einer durchorganisierten Reise mit einer Reisegruppe so nicht erlebt hätte. Diese Blogparade ist Teil einer Blogparaden-Parade mit ganz vielen interessanten Themen, die von Judith Peters ins Leben gerufen wurde.

Dieses Thema hat mich sofort angesprochen, denn ich bin eigentlich nur selbst organisiert auf Reisen. Vor durchorganisierten Reisen mit Gruppen habe ich so meine Bedenken. Ich möchte in meiner Freizeit mit Menschen zusammen sein, die ich mag und die ich mir dafür ausgesucht habe. Das möchte ich nicht dem Zufall überlassen. Außerdem möchte ich selbst bestimmen, was ich mir auf einer Reise wie lange anschauen möchte. Auch da möchte ich nicht fremdbestimmt sein. 

Die Ursprünge

Seit ich denken kann, war ich mit meinen Eltern damals selbst organisiert unterwegs. Zuerst hatten wir ein Hauszelt, später einen ganz kleinen Wohnwagen und irgendwann einen etwas größeren Wohnwagen. Es ging immer auf irgendwelche Campingplätze. Ich habe gute Erinnerungen daran. Wir waren meistens den ganzen Tag über unterwegs oder haben Sachen wie Boot fahren oder ähnliches unternommen.

Es ist mir also sozusagen in die Wiege gelegt worden, dass man seine Urlaubsreisen selber plant. Wir sind immer so losgefahren, naja als Kind habe ich es so empfunden. Meine Eltern werden sich schon Gedanken zur Reise gemacht haben. Ich habe alles als sehr spontan empfunden. Die Ziele waren meist Süddeutschland oder deutsche Nachbarländer.

 

Die ersten eigenen Schritte

Meine erste Abenteuerreise fand Ende der 90er mit zwei Freundinnen statt. Wir planten eine Wanderung auf dem GR 11 durch die Pyrenäen auf der spanischen Seite. Hier gibt es noch nicht so viel Massentourismus und mit Zelt und Verpflegung sind wir in nach Barcelona geflogen und von dort mit dem Bus nach Andorra gefahren, wo wir unsere Wanderung begonnen haben. Eine gute Beschreibung des GR 11 habe ich auf der Website „The road behind“ von Steffi und Nico gefunden. Wir hatten jeden Tag einen Berg zu überwinden und am Anfang haben wir nur eine halbe Tagestour geschafft. Egal, wir hatten Zelt und Verpflegung bei uns und waren nicht auf ein Tagesziel angewiesen. So autark in der Wildnis zelten, Wasser aus Quellen und Bächen trinken – ein tolles Erlebnis. Ab und zu sind wir in Hütten eingekehrt, um uns bei einem dort üblichen Drei-Gänge-Menü satt zu essen. Wir waren meistens alleine unterwegs, ab und zu haben wir Reisegruppen getroffen, die man schon eher hören als sehen konnte. Wir haben dann oft eine Pause gemacht, um Abstand zu diesen „Menschenmassen“ zu gewinnen. Alles in allem ein tolles Reiseabenteuer, dass es so nicht von der Stange zu buchen gibt. Vielleicht gibt es dazu noch einmal einen eigenen Blogbeitrag. 

Die zweite Tour mit dieser Combo war ein Trip nach Südafrika. Dort wollten wir auch erst wandern gehen und zwar in den Drakensbergen. Wir haben uns dann aber für eine Reise an der Küste des Indischen Ozeans entschieden, um mehr vom Land zu sehen. In Afrika zu zelten und zu wandern ist vielleicht auch etwas naiv gedacht gewesen, wegen der großen und vor allem der kleinen Tiere. Das haben wir dann ad acta gelegt und sind mit dem genialen Bus-Shuttle System dort von Youth hostel zu Youth hostel gefahren. Ausgangspunkt war Durban. Erst ging es Richtung Norden in den Mkuze-Park. Dort haben wir dann Safari gemacht. Mkuze ist auch ein eher kleiner Park und wir waren nur ein paar Leute vor Ort. Anschließend ging es wieder südwärts über St. Lucia, Port St. Johns nach Chintsa. Auch eine abenteuerreiche Reise. 

Auf Korsika war dann wieder Wandern mit Zelt angesagt. Ähnlich wie in den Pyrenäen, wenn mir die Pyrenäen Tour auch tausend Mal besser gefallen haben. Die Gegend in den Pyrenäen war aber auch spektakulärer. Auf Korsika ging es dann auch von Campingplatz zu Campingplatz, kein wildes zelten. Hier waren wir abends immer die Letzten, die angekommen sind und morgens die Letzten, die aufgebrochen sind. Man hatte das Gefühl, nur von ambitionierten Hardcore-Wanderern umgeben zu sein. Wir haben es eher gemütlich angehen lassen.

Die Steigerung

Die Steigerung von Abenteuer war dann die Harzquerung mit meiner Freundin von Osterode nach Bad Harzburg. Hier waren wir weder mit Zelt oder in Jugendherbergen/Hotels unterwegs, sondern haben in der Hängematte im Wald übernachtet. Das hört sich nicht sehr gemütlich an, aber es gibt mittlerweile Outdoor-Hängematten, die überraschend bequem sind. Ein weiterer Vorteil, sie sind leicht zu tragen und es verspricht totales Abenteuer. Ich bin über Christo Förster und seine Mikroabenteuer dazu gekommen. Auf ihn bin ich von meiner Freundin aufmerksam gemacht worden. Wild zelten ist in Deutschland ja bekanntlich nicht gestattet, aber in einer Hängematte im Wald übernachten ist so eine Grauzone. Näheres dazu findest du auch auf dieser Seite über Outdoor-Hängematten. Selbstverständlich ist dabei für uns natürlich, den Platz zum Übernachten anständig wieder zu verlassen und kein offenes Feuer zu machen, wenn die Natur sehr trocken ist etc. Wenn man seine Sachen morgens wieder zusammen räumt, kann man bestenfalls nicht erkennen, dass dort Menschen übernachtet haben.

Wir sind in der Lüneburger Heide auf dem Heidschnuckenweg mal um 22:30 Uhr aus und mit unseren Hängematten von einem Jäger verscheucht worden. Das ist dann eben so und erhöht nur den Abenteuerfaktor mit einer Nachtwanderung durch den Wald.

So unter freiem Himmel in der Natur zu übernachten, ist gerade mein non plus ultra des Abenteuers. Vor allen Dingen, weil es schnell machbar ist. Man braucht eigentlich nur eine Hängematte und zwei Befestigungspunkte. Eine Steigerung wäre es noch, nicht nur im Sommer, sondern auch bei niedrigen Temperaturen draußen zu übernachten. Es ist ja toll, wenn man immer noch Steigerungen zur Verfügung hat.

Nach meinen bisherigen Erfahrungen bleibe ich auf jeden dabei, selbst organisiert zu reisen. Es bietet viel mehr Möglichkeiten, seine individuellen Vorlieben auszuleben. 

Was ist dein Abenteuer-Highlight? Schreib es doch mal in den Kommentar.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Laura

    Liebe Anke,
    Meine erste große Reise allein war auch nach Südafrika, zum Schüleraustausch. Aber mit Hängematte im Wald ist auch nochmal ein ganz anderes Level. Super Inspiration – danke dafür!
    Liebe Grüße aus Kenia,
    Laura.

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