Heute ist es wieder so weit: Der 12. des Monats ruft mich zum Format 12 von 12 auf! In diesem Format beschreibe ich meinen 12. Mai mit zwölf Bildern. Dieses Format wird von Caro von Draußen nur Kännchen gepflegt. Unter ihrem Artikel findest du ganz viele 12-von-12-Artikel.
Heute stand die erste Grasernte auf dem Programm. Wir haben das Gras bereits am Samstag gemäht, gestern konnte es antrocknen – und heute wird gehäckselt. Bei uns wird das Gras in der Regel ein bis zwei Tage getrocknet, bevor es siliert wird. Man spricht dann von Anwelksilage.
Dabei wird das frisch geschnittene Gras vor dem Einsilieren angewelkt, also leicht getrocknet, um den Trockensubstanzgehalt zu erhöhen. Das ist wichtig: Die Silage soll weder zu nass noch zu trocken sein. Ideal sind 30–40 % Trockensubstanz. So wird die Gärqualität verbessert, und es entstehen weniger Verluste durch Sickersaft oder Fehlgärungen.
„Anwelken“ heißt also: Das Gras verliert einen Teil seines Wassers, wird aber nicht vollständig getrocknet wie Heu.

Beim Silieren entstehen Milchsäure und weitere Gärsäuren, die für die Konservierung des Futters wichtig sind. Gleichzeitig sind sie aber auch aggressiv gegenüber Beton. Deshalb decken wir die Seitenwände unseres Fahrsilos mit einer Plane ab – so bleibt der Beton dauerhaft geschützt und das Silo langfristig einsatzfähig.

Nach und nach entladen die Ladewagen das gehäckselte Gras im Fahrsilo. Ein Radlader mit Verteiler übernimmt anschließend die gleichmäßige Verteilung des Futters. Durch das ständige Hin- und Herfahren wird das Gras gleichzeitig verdichtet – ein wichtiger Schritt für eine gute Silagequalität.erfahren.

Der Fahrsilo füllt sich.

Während die Ladewagen befüllt und entladen werden, schwaden mein Mann und mein Sohn das Gras. Schwaden bedeutet, das Gras in langen Reihen – sogenannten Schwaden – zusammenzulegen, damit der Häcksler es anschließend aufnehmen und häckseln kann.

Hier sieht man den Häcksler bei der Arbeit: Er fährt über einen Grasschwad und nimmt dabei das Gras auf. Im Inneren des Häckslers wird das Gras kleingeschnitten – also gehäckselt. Neben dem Häcksler fährt ein Ladewagen mit, der über ein Auswurfrohr direkt mit dem gehäckselten Gras befüllt wird.

Für mich stehen an diesem Tag vor allem die Stallarbeit und die Verpflegung der ganzen Mannschaft auf dem Programm. Dabei hilft mir in der Regel meine Schwiegermutter – Teamarbeit auch im Hintergrund. Da sich für morgen die Milchkontrolle angekündigt hat, nutze ich die Gelegenheit und reinige die Roboterräume gründlich mit dem Hochdruckreiniger.

An solchen Tagen passiert es natürlich: eine Störung am Melkroboter. Ein Melkbecher hatte Schmutz angesaugt, und eine Leitung war verstopft. Da alle verfügbaren Helfer auf dem Feld beschäftigt waren, musste ich selbst Hand anlegen. Mit telefonischer Unterstützung von meinem Mann und der Firma Schütmaat konnte ich die Störung schließlich selbst beheben.

Nachdem der letzte Ladewagen seine Fracht abgeladen hat und der Radlader das Gras noch gründlich verteilt und verdichtet hat, muss die Silage nun möglichst luftdicht abgedeckt werden. Das ist entscheidend für eine gute Gärung, denn Sauerstoff würde unerwünschte Mikroorganismen fördern und die Silage verderben lassen.
Zuerst wird eine spezielle Silofolie an den Seitenwänden nach innen über das Gras gelegt. So wird der Übergang zwischen Wand und Futter gut abgedichtet – eine Schwachstelle, an der sonst leicht Luft eindringen kann.

Am Traktor ist eine große Rolle mit Silofolie befestigt – so lässt sich die Folie ganz einfach abrollen und gleichmäßig über das Silo ziehen.

Ein Teil der Folie ist bereits abgerollt und liegt über dem Silo. Jetzt geht es Stück für Stück weiter, bis alles vollständig abgedeckt ist.

Anschließend wird die Folie glattgezogen und am Rand mit Sandsäcken beschwert, damit sie gut anliegt und kein Wind darunterkommt. So wird das gesamte Gras luftdicht abgedeckt – ein wichtiger Schritt für eine erfolgreiche Silierung.

Morgen wird der ganze Silo noch mit einem Vogelschutzgitter – auch Krähenplane genannt – abgedeckt. Vögel können nämlich mit ihren Schnäbeln kleine Löcher in die Folie picken, und das wäre schlecht für die Silage: Bereits kleinste Löcher in der Folie können dazu führen, dass Luft in den Silo gelangt. Das unterbricht die milchsaure Gärung, begünstigt Schimmelbildung – und macht die betroffenen Stellen der Silage unbrauchbar. Damit wäre ein Teil des wertvollen Futters verloren.
Zum Schluss werden noch Reifen und Sandsäcke gleichmäßig auf dem Silo verteilt, um die Folie zusätzlich zu beschweren und sie eng am Futter zu halten – so bleibt alles sicher an Ort und Stelle.
Der erste Grasschnitt ist meist der wertvollste, denn das Gras ist noch jung, nährstoffreich und enthält besonders viel Energie und Eiweiß. Eine gute Qualität beim ersten Schnitt legt den Grundstein für die Fütterung im restlichen Jahr – umso wichtiger ist eine saubere und verlustarme Silierung.

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Ich freue mich jeden Monat auf die Einblicke vom Bauernhof und wie die Arbeitsabläufe organisiert und gestaltet werden. Vielen Dank dafür.
Das freut mich total! Vielen Dank für deinen Kommentar!