12 von 12 April 2025

Am 12. April ist es wieder Zeit für einen kurzen Blogartikel 12 von 12. Dieses Format beschreibt einen 12. eines Monats in 12 Bildern. Bei Caro von Draußen nur Kännchen findest du noch viel mehr davon.

Hier also meine 12 Bilder.

Seit ich einen Workshop bei Susanne Patzt über Ayurveda mitgemacht habe, gibt es häufig zum Frühstück warme Porridge mit Früchten. Das Frühstück findet bei mir mittlerweile vor der Stallarbeit statt, denn der Melkroboter macht die Arbeit, die mich früher von 6 Uhr bis etwa 9 Uhr morgens beschäftigt hat.

Statt Zeitung zu lesen, gibt es diese Lektüre am Frühstückstisch. Eine Empfehlung einer Freundin, die mir das Buch geliehen hat.

Nach dem Frühstück geht es dann nach draußen. Bevor ich irgendetwas anderes machen kann, kommt mir schon eines der Hühner entgegen. Sobald sie mich hört, kommt sie zu mir. Das birgt allerdings Lebensgefahr, denn auch die Hunde laufen auf dem Hof. Also werden als allererstes die Hühner versorgt und wieder eingesperrt. Nach dem Füttern im Hühnerstall verteile ich noch Mehlwürmer im Gehege, sodass sie erst einmal beschäftigt sind und ich in Ruhe meinen anderen Verpflichtungen nachgehen kann.

Zuerst noch die Eier einsammeln.

Dazu gehört als Nächstes der Milchfilterwechsel.

Die Pflasterarbeiten auf dem Hof sind fast fertig. Jetzt kann ich mit dem Milchtaxi wieder alle Bereiche erreichen und muss keine Milcheimer mehr schleppen.

Das Milchtaxi wird jetzt vorort vom Roboter automatisch mit Milch befüllt. Damit kann ich anschließend zur Kälberküche fahren. Dort erwärmt das MMilchtaxi die Milch, bevor sie an die Kälber verfüttert wird. Die Kälber füttere ich morgens und abends.

Bevor neue Milch in die Nuckeleimer kommt, wird jeder Eimer mit heißem Wasser gereinigt und wieder an seinen Platz gehängt. Bei mir hat jedes Kalb seinen eigenen Eimer. So verhindere ich, dass Krankheiten über die Nuckeleimer verbreitet werden.

Endlich mal wieder ein rotbuntes Kalb. Leider ein Bullkalb, das unseren Hof in vier Wochen verlässt. Wir behalten nur die weiblichen Kälber als Nachzucht, die Bullkälber werden zur Mast verkauft. Die Rotbunten mag ich sehr und ich „arbeite“ noch an einer schönen rotbunten Kuh.

Dann noch ein Blick auf die Kälber, die schon in der Gruppenhaltung sind. Diese werden am Automaten gefüttert. Jedes Kalb bekommt ein Halsband mit einem Transponder. Durch diesen Transponder weiß der Automat, welches Kalb am Nuckel des Automaten ist, ob und wieviel Milch es erhält. Am Automaten füttern wir Michaustauscher. Das ist ein Milchpulver, dass jedes Mal frisch angerührt wird. Jedes Kalb bekommt höchstens zwei Liter auf einmal. Über den Tag verteilt können sie aber bis zu zehn Liter Milch abrufen. Werden sie älter, reduzioert der Automat selbständig die Menge, bis die Kälber nach etwa 10 Wochen am Automaten keine Milch mehr bekommen. In dieser Zeit lernen sie, anderes Futter zu fressen.

Am Nachmittag habe ich diese Kälberboxen mit dem Hochdruckreiniger sauber gemacht. Sie werden dazu erst eingeschäumt, anschluießend ausgespritzt und zum Schluß desinfiziert. Bei Sonnenschein und warmen Wetteer mache ich das gerne. Im Winter bei Kälte ist es nicht so schön, draußen mit Wasser zu hantieren. Dann muss ich öfter eine Pause machen, damit die DFinfger wieder warm werden. Heute dagegen ist es eine Freude.

Zum Schluss möchte noch dieser neue Erdenbürger versorgt werden. Die erste Milch gibt es schon direkt an der Mama. Die erste Milch ist total wichtig für das Kalb, denn es wird praktisch ohne Immunsystem geboren. Mit der ersten Milch bekommt das Kalb Abwehrstoffe von der Mutter. Diese können allerdings nur in den ersten Stunden die Darmwand passieren und ins Blut gelangen. Deswegen ist es lebenswichtig, auf eine ausreichende Kolostrumversorgung zu achten.

Das war mein 12. April in 12 Bildern.

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Dr. Anke Cras

Über mich: Ich bin Tierärztin und Landwirtin aus Leidenschaft. Mit meiner Familie lebe ich auf einem Milchviehbetrieb in der Grafschaft Bentheim. Seit über 20 Jahren arbeite ich täglich mit Kühen, Kälbern, Grünland und allem, was zur modernen Tierhaltung dazugehört. 

In meinem Blog teile ich Wissen aus der landwirtschaftlichen und tierärztlichen Praxis – verständlich erklärt, mit einem Blick über den Tellerrand. Mir ist es wichtig, dass nicht nur Fachleute, sondern auch Verbraucher:innen und Interessierte nachvollziehen können, wie Landwirtschaft bei uns betrieben wird.

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Ich bin Tierärztin und kümmere mich um die Gesundheit unserer Tiere – vom Kalb bis zur Kuh.
Auf meinem Blog schreibe ich über Landwirtschaft, Tierwohl, Rinderwissen, aktuelle Themen und Persönliches aus dem Hofalltag.

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Gundula Mehlfeld

    Wieder sehr interessant! Ist die Mutterkuh vom braunen weißen Kälbchen schwarz weiß?
    LG Gundula

    1. Anke

      Liebe Gundula!
      Vielen Dank für deinen Kommentar. Die Mama des Kalbs ist tatsächlich eine rotbunte Kuh, allerdings mehr weiß als rot. Das entspricht leider nicht meinen Schönheitsidealen bei Kühen. Ich mag die dunklen, egal ob schwarz oder rot, lieber.
      Wie gesagt, ich arbeite dran.
      Liebe Grüße
      Anke

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